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Das Rätsel der Linkshändigkeit Options
rogermue
Posted: Saturday, August 30, 2014 1:34:52 PM

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Das Ŕätsel der Linkshändigkeit

Habe darüber gerade einen kurzen Videovortrag gehört, vielleicht ist das geeignet
als Hörschulung für Deutschlernende. Die Akustik ist gut.
Link: http://www.scinexx.de/dossier-409-1.html

Mich interessieren Rechts-Links-Phänomene seit vielen Jahren. Rechts-Links-Phänome
finden sich überall - im Kosmos, in der Natur, beim Menschen zB in verschiedenen
Schreibrichtungen und sogar in Wörtern. Bekannt ist lateinisch form-a und griechisch morf-ä
(Wobei sich ein a am Wortende zu ä entwickelt hat). Die Bedeutung der beiden Wörter ist die gleiche:
Form.
In forma ist die Konsonantenfolge F R M, in morf-ä M R F, also einmal rechtsläufig und einmal
linksläufig.
Von diesen Rechtslinksvarianten habe ich im Laufe von 15 Jahren etwa 250 gefunden zwischen verschieden
Sprachen, zB auch zwischen Deutsch und English - Topf und pot. Von reinen Zufälligkeiten kann man also
auf Grund der relativ großen Anzahl nicht mehr sprechen.

Eine endgültige Erklärung habe ich dafur immer noch nicht, aber ich vermute, dass es irgendwie mit der Funktionweise
unseres Auges und unseres Gehirns zu tun hat.
Wir wissen, dass ein Baum, etwa eine Fichte oder Tanne auf der Netzhaut verkehrt herum abgebildet wird, mit
der Spitze nach unten.
Aber das Gehirn lernt schon in frUhester Entwicklung, dass diese Bilder umgedreht werden müssen, die Erfahrung lehrt,
dass die Spitze oben ist.

Bei kleinen Kindern kann man oft beobachten, dass sie Buchstaben spiegelverkehrt schreiben oder ganze Wörter.
Man bezeichnet Kinder mit solchen Lese- und Schreibstörungen als Legastheniker. Wie es scheint funktioniert die
Umkehrung von Bildern im Gehirn dieser Kinder nicht so recht.
Etwa in dieser Richtung wUrde ich eine Erklärung für Rechtslinksvarianten bei Wörtern suchen.
tiuwiu
Posted: Sunday, August 31, 2014 11:46:58 AM

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rogermue wrote:

Bei kleinen Kindern kann man oft beobachten, dass sie Buchstaben spiegelverkehrt schreiben oder ganze Wörter.
Man bezeichnet Kinder mit solchen Lese- und Schreibstörungen als Legastheniker. Wie es scheint funktioniert die
Umkehrung von Bildern im Gehirn dieser Kinder nicht so recht.
Etwa in dieser Richtung wUrde ich eine Erklärung für Rechtslinksvarianten bei Wörtern suchen.


Die meisten Kinder, die anfangen das Schreiben zu erlernen, schreiben Buchstaben, oder Wörter spiegelverkehrt. Egal ob sie Rechts- oder Linkshänder sind.
Das hat einfach damit zu tun, dass die links nach rechts Koordination erst erlernt werden muss.
Vor dem Schreiben lernen ist das noch nicht wichtig. Eine Tasse bleibt eine Tasse, egal ob der Henkel links oder rechts ist. Ein Haus bleibt ein Haus, egal ob sich die Tür/das Fenster links oder rechts befindet. ....
Die Kinder wissen also, wie ein Buchstabe aussieht, aber die Schreibrichtung links nach rechts haben sie noch nicht verinnerlicht. Das muss geübt und erlernt werden.

Legastheniker schreiben nicht spiegelverkehrt. Sie verdrehen, vergessen oder fügen Buchstaben, oder Wortsilben hinzu.

Mir als Linkshänder fällt das spiegelverkehrte Schreiben, oder Lesen sehr leicht. Ich finde es sogar entspannend, wenn ich spiegelverkehrt schreibe. Das hat aber einfach damit zu tun, dass es für ein Linkshändergehirn logischer ist von rechts nach links zu Koordinieren, als von links nach rechts.
rogermue
Posted: Monday, September 01, 2014 9:04:14 PM

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Danke für den Hinweis. Eigentlich ist meine erste Hypothese für Rechtslinksvarianten (RLV) im Wortschatz,
dass Linkshändigkeit eine Rolle spielt. Und Linkshänder gibt es ja bei allen Völkern. So könnte man vielleicht
erklären, dass es RLV zwischen vielen Sprachen gibt - Latein Griechisch, Latein Deutsch, Deutsch Französich, Deutsch
Englisch etc.
FogFinderFox
Posted: Tuesday, September 02, 2014 10:05:56 AM
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@ tiuwiu

Hallo tiuwiu

Wie hast du bei "Blümchen sammeln" das Bild drauf bekommen ? Ich hatte es übrigens noch nie gesehen. Und von deinen Namen kannte ich nur fünf.

Hatten wir schon Schafgarbe ?

Fox


@ rogermue

Hallo Roger

Du schreibst:

"Bei kleinen Kindern kann man oft beobachten, dass sie Buchstaben spiegelverkehrt schreiben oder
ganze Wörter. Man bezeichnet Kinder mit solchen Lese- und Schreibstörungen als Legastheniker."

Ich muss tiuwiu einfach zustimmen. Legastheniker kann man wirklich nicht daran erkennen, dass sie spiegelverkehrt schreiben. Spiegelschrift ist ein vorrübergehendes Phänomen bei vielen Kindern. Sie können in der Schule oft auch längere Zeit Schrift lesen, die auf dem Kopf steht. Diese Fähigkeiten verlieren sie aber in der Regel im Laufe des schulischen Lernprozesses. (BRÜGELMANN: Kinder auf dem Weg zur Schrift. Eine Fibel für Lehrer und Laien. ISBN 978-3-909081-36-3)

Dass tiuwiu immer noch Spiegelschrift schreiben kann, find ich interessant. (Ich nehme stillschweigend für Sie ein Alter von 10+ Jahren an.)


Fehler bei Legasthenikern


Legastheniker machen im Prinzip keine anderen Fehler-Arten als alle anderen Kinder - nur eben viel mehr. Zur Not das 40- bis 60-fache. Legastheniker werden ausschließlich durch die im Vergleich zu ihrer (Schul-)Altersgruppe hohe Fehlerzahl diagnostiziert. Dazu zählt man im standardisierten Rechtschreib-Test einfach aus, wie viele Wörter falsch geschrieben werden. Die Art der Fehler spielt dabei keine Rolle, obwohl die sehr unterschiedlich sein können.

Hier ein paar schöne Beispiele dafür, wie solche Fehler aussehen können:

So schreibt Markus z.B. in einem Diktat folgenden Text (2. Klasse / 1. Halbjahr):

Famitie Baumann berna hana Nianat
Axel seine Etlern 3ia sie.
So fnama namatl sei siemm llbr.


Alles gut verstanden ? Wenn nicht, hier die Übersetzung:

Familie Baumann bekommt neue Nachbarn.
Axel und seine Elltern helfen gerne beim Umzug.
So finden sie neue Freunde.


Hier ist der Aufbau der Laut <-> Zeichen-Verbindung ziemlich gründlich schiefgegangen. Markus schimpfte auch wie ein Rohrspatz über das Lesen und Schreiben. Für ihn war es zum Horror geworden.

Es gibt aber genauso gut Abstufungen nach oben wie hier (Markus ist nicht der Regelfall): Hier ein Beispiel aus der 2. Klasse / 2. Halbjahr.

                                      Micha              Patrick              Zielwort

er ist ... als                     Beker               Deker                dicker

die Socken ...                  dorn                 Schtopfen          stopfen

du musst dich ...              Bkn                  Böken                bücken

es ist ...                           ont                  Foicht                 feucht

die dunklen ...                 Welder             Welder               Wälder

(Ich hoffe, du siehst hier wie ich eine geordnete Tabelle. War sehr knifflig, das hinzukriegen. Ich kann aber keine Garantie für die Bildschirmdarstellung bei dir geben.)

Micha scheint auf den ersten Blick ein Fall zu sein wie Markus. Scheinbar macht er fast ausschließlich phonemischer Fehler, außer bei "Welder". ( Phonemische Fehler = hörbare Laute werden erst gar nicht oder nicht sinnvoll in eine Schriftform übertragen.) Bei "dorn" (= stopfen) und "ont" (= feucht) fällt mir tatsächlich keine sinvolle Bedeutung ein. Anders ist es bei "Beker". Dort erklärt die Lautähnlichkeit von b und d die Verschriftung, ebenso bei der Lautverschiebung von i zu e. Also für mich eher kein echter phonemischer Fehler. Aber da kann man unterschiedlicher Meinung sein.

Am interessantesten ist "Bkn" (= bücken). Hier hat er die Buchstaben-Laute direkt zur Verschriftung verwandt. Ich schreib's mal in phonetischer Schrift, damit es klarer wird: "Bkn" = {bə|kə|n} . Hier ist zusätzlich eine Lautverschiebung von {bʏkən} zu {bəkən} zu erkennen. Aber jetzt kann man auch die hohe Ähnlichkeit sehen. Also für mich wieder kein echter phonemischer Fehler.

Bei Patrick ist es anders. Bei ihm hat der grundlegende Aufbau der Laut <-> Zeichen-Verbindung geklappt, d.h. er kann Laute so in Geschriebenes umsetzen, dass man es sinnerfassend lesen kann. Er macht "nur" Regel-(Anwendungs)-Fehler. "Böken" ist für mich wieder kein echter phonemischer Fehler, weil hier nur eine Lautverschiebung von {bʏkən} zu {bœkən} vorliegt. Am schönsten ist "Foicht" - eine perfekte Verschriftung der Laute, nur eben nach den Duden-Regel leider falsch. Pech für Patrick.


Spiegelfehler, Linkshändigkeit und Legasthenie


Früher hat man übrigens geglaubt, dass es für Legastheniker typische Fehler gäbe - z.B. die Vertauschung von b und d beim Lesen von Druckbuchstaben. Man führte das auf die sogenannte Raumlage-Labilität zurück. Gemeint ist im Prinzip folgendes:

Eine Reihe von kleinen Druckbuchstaben bauen auf dem Kreis auf

o      ->      b - d - p - q


und eigentlich auch das "a" als kleiner Kreis mit kurzem Strich an der rechten Seite wie hier "ɑ". Der einzige Unterschied liegt in der Lage (rechts-links) und der Richtung des Striches (nach oben-nach unten), also der Lage im Raum. Das sind ja Spiegelungen. Ebenso wie beim Vertauschen von ei - ie. Deshalb spricht man auch schon mal von Spiegelfehlern. Wer das nicht beachten konnte, hatte damit eine Raumlage-Labilität/Schwäche. Nach heutigem Forschungsstand sind diese und ähnliche Hypothesen nicht bestätigbar.

Verbunden war damit oft auch die Fehl-Annahme, dass Legasthenie und Linkshändig aneinander gekoppelt seien. Das führte z.B. in Wien dazu, dass öfters bevorzugt Linkshänder in Diagnostik und Fördermaßnahmen überwiesen wurden. (KLICPERA & GASTEIGER-KLICPERA: "Linkshändigkeit und Legasthenie: Kein Beleg für die ..." in: Pädiatrie und Pädologie. 29, 1995, 11-15).


Fehler als Trainings-Leitlinie


Ab dem Augenblick, wo eine Legasthenie behandelt werden soll, spielen Fehler-Arten wohl eine wichtige Rolle, weil sie die Trainingsrichtung vorgeben. D.h., man behandelt sinnvollerweise nur die Fehler, die tasächlich jemand ganz individuell macht, und nicht allgemein aller Fehlerarten. (Ich rede jetzt von einem individualisierten Einzeltraining. In einem Gruppentraining geht sowas nicht. Deshalb ist ein Gruppentraining auch wenig hilfreich - außer für den Veranstalter selbst.) Interessant ist, dass man auch nicht auf Grund der Fehler(-Arten) im Eingangstest den Miss-/Erfolg eines Trainings vorhersagen kann. So war z.B. Markus, bei dem es ja sehr schlimm aussah, nach einem Jahr aus allem raus. Patrick, bei dem es ja viel besser = leichter aussah, hat sich recht schwer getan.

Den Miss-/Erfolg eines Trainings kann man wohl anhand anderer Faktoren prognostizieren.

Fox

p.s.
Zu Legasthenie/Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) gibt's bei Wikipedia einen ganz gut lesbaren Artikel (das ist bei Wikipedia nicht immer der Fall). Nur dem letzten Abschnitt "Hilfsmittel für legasthene Schüler" sollte man mit großem Misstrauen begegnen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Legasthenie

Interessant ist, dass Lateralität / Seitendominanz / Händigkeit nicht nur Hände betrifft, sondern z.B. auch Augen und mehr.

p.p.s.

Roger, du bist ein Motor. Du stößt Diskussionen an.

Daumen nach oben!
rogermue
Posted: Wednesday, September 03, 2014 10:59:08 AM

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@Fff
Du weißt über Legasthenie offensichtlich wesentlich mehr als ich. Obwohl ich mir vor ca. 20 Jahren ein
teures Fachbuch in einer medizinischen Fachbuchhandlung gekauft habe, fand ich eigentlich viel zu
wenig Abbildungen. Aber ich hatte wenigstens ein paar konkrete Abbildungen zu solchen Schreibstörungen
bei kleineren Kindern.
Enttäuschend war nur der Hinweis, dass die medizinische Forschung das Problem zwar kennt, aber nicht
als eigentliche Forschungsaufgabe betrachet, weil - wie du bereits gesagt hast - sich das Problem der
Schreibstörungen meist nach einiger Zeit von selbst behebt.

Ganz zuerst habe ich mir Rechtslinksvarianten (RLV) etwa damit erklären wollen, dass es in der Antike zu kulturellem
Austausch zwischen Völkern mit verschiedenen Schreibrichtungen kam. Etwa zwischen semitschen Sprachen
(Bibelübersetzung) oder Übernahme ägyptischen Knowhows durch die Griechen.

Die Ägypter selbst konnten in beide Richtungen schreiben. Die Schreibrichtung konnte man daran erkennen,
ob die Tiere nach links oder rechts schauten. Und bei Schriftzeichen, die Tiere abbilden, ist es egal,
ob ein Vogel nach rechts oder links schaut, es bleibt nach wie vor der gleiche Vogel.

Die in der griechischen Frühzeit findet man Inschriften, wo eine Zeile rechtsläufig, dir nächste linksläufig
geschrieben ist. (Bustrophedon-Schreibweise, wie der Ochse pflügt.) Kurioserweise werden in der linksläufigen
Zeile auch die Buchstaben spiegelverkehrt geschrieben. Und es ist nicht anzunehmen, dass die Leute, die so schrieben,
Legastheniker waren. Offensichtlich beherrschten sie beide Schreibrichtungen gleich gut und die Buchstaben
waren für sie keine abstrahierten Zeichen, sondern hatten noch bildhaften Charakter. Wenn wir das R als gehenden
Mann ansehen, von der Seite gesehehen, dann war es für diese Schreiber der gleiche Mann, ob er nun nach rechts
oder links schaut.

Wenn diese meine früheste Theorie richtig wäre, dürfte es aber keine modernen RlV geben.Ich glaube fast,
unbewußt habt der Mensch oder haben manche Menschen die Fähigkeit, Zeichen in beide Richtungen sehen zu können;
rogermue
Posted: Wednesday, September 03, 2014 11:15:00 AM

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Nachtrag
Entschuldigt meine lange Ausführung, die bestimmt nicht jeden interessiert.
Aber ich habe mich ca. 20 Jahre mit Rechtslinksetymologie beschäftigt und das Thema
läßt mich nicht los.
tiuwiu
Posted: Wednesday, September 03, 2014 3:06:10 PM

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FogFinderFox wrote:

Dass tiuwiu immer noch Spiegelschrift schreiben kann, find ich interessant. (Ich nehme stillschweigend für Sie ein Alter von 10+ Jahren an.


Lach, oder danke. Aber weit verfehlt.
Ich habe, wie viele Linkshänder, einfach die Fähigkeit des Spiegelschreibens nie verlernt.
Ich denke, der bekannteste Spiegelschreiber ist Leonardo da Vinci, der zeitlebens seine Notizen in Spiegelschrift verfasst hat.
Es ist für einen Linkshänder viel einfacher von rechts nach links zu schreiben als andersherum. Das entlastet das Gehirn. Die natürliche Blick-, Schreib- und Denkrichtung von Linkshänder verläuft eben von rechts nach links ;)

Irgendwer erzählte mir sogar mal, dass es bei diesen 'Bin-ich-Linkshänder'-Tests von umgeschulten Händern einen Part gibt, in denen die angeblichen Rechtshänder mit links spiegelverkehrt schreiben sollen.
Und dann kommt es ggf. zu diesem Aha-Effekt: 'echte' Linkshänder können die Spiegelschrift meistens sehr gut. Es schreibt sich flüssig, irgendwie natürlich und plötzlich ist die eigene Schrift nicht mehr kantig, sondern fließend und weich.



rogermue wrote:

Von diesen Rechtslinksvarianten habe ich im Laufe von 15 Jahren etwa 250 gefunden zwischen verschieden Sprachen, zB auch zwischen Deutsch und English - Topf und pot.


Kannst du vielleicht noch ein paar andere Beispiele nennen? Hab jetzt lange darüber nachgedacht, aber mir wollen einfach keine weiteren Beispiele einfallen.



FogFinderFox wrote:
Wie hast du bei "Blümchen sammeln" das Bild drauf bekommen ?


über 'Image' kannst du alles einfügen, was du magst :)
rogermue
Posted: Thursday, September 04, 2014 10:36:24 AM

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Hi tiuwiu,

Ich mußte schmunzeln, als ich las "Ich habe einfach keine gefunden." So leicht findet man die nicht.
Im ersten Jahr hab ich etwa drei gefunden, im zweiten Jahr auch nicht mehr. Erst mit den Jahren bekam ich die richtige
Spürnase, so wie ein Trüffelschweinchen.
Ich liege zur Zeit im Krankenhaus und kann nicht an alle Unterlagen ran, aber ein paar Sachen mÜßte ich im Handy haben.
Latein Deutsch
- sol-vere rl lös-en. (rl = rechts-links Zusammenhang)
- merx/merc-is Ware rl Kram
- mercator merc..or rl Kräm-er
Latein Latein
- tim-e:re/tim-or rl met-uere met-us fürchten
- pos-side:re rl sup-er. posside:re besitzen wäre demnach daraufsitzen (auf einem GrundstUck)
Deutsch Deutsch
Ziege rl Geiß. Z = ts, ß aus ts
Kelter rl Torkel. Regionale Variante aus lat. torqu-e:re verdrehen.Kelter wäre dann die Linksvariante zu Torkel.
Eigentlich ist Kelter und Torkel keine Rechtslinksvariante, sondern ein "Dreher", das heißt die Konsonanten sind
beliebig vertauscht. Hier sind nur die Silben vertauscht. Vokale ändern sich geringfügig.

Dreher gibt es noch viel mehr als RLV.
en to crunch gdr dt knirsch-en. en englisch, dt deutsch, gdr gedreht.

Das müßte mal genügen als erster Einblick in das Reich der Rechtslinksvarianten und Dreher,
ein noch unerschlossener verwunschener Garten der Etymologie, den Grimm noch nicht entdeckt hatte.


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